Besteht während einer Wehrübung Arbeitsplatzschutz?

a)
Während einer Wehrübung oder Übung darf die Arbeitgeberseite / Dienstbehörde ein Arbeitsverhältnis grundsätzlich nicht kündigen. Die Unterrichtung der Arbeitgeberseite / der Dienstbehörde ist Aufgabe der Einberufenen / Herangezogenen. Diese sind nach § 1 Abs. 3 oder § 9 Abs. 4 des Arbeitsplatzschutzgesetzes verpflichtet, nach dem Erhalt des Einberufungs-/ Heranziehungsbescheides diesen unverzüglich ihrer Arbeitgeberseite / Dienstbehörde vorzulegen.

b)
Für freiwillig Wehrübende / Übende (d.h. wenn die gesetzlich Gesamtdauer von 12 Monaten für Offz, 9 Monate für Uffz und 6 Monate für Msch überschritten ist), besteht gesetzlicher Arbeitsplatzschutz nur, soweit Wehrübungen oder Übungen allein oder zusammen mit anderen freiwilligen Wehrübungen / Übungen im Kalenderjahr nicht länger als sechs Wochen dauern. Bei Wehrübungen / Übungen, die über diesen Zeitraum hinaus geleistet werden, ist der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin schriftlich darauf hinzuweisen, dass die Frage des Arbeitsplatzschutzes ggf. mit der Arbeitgeberseite / der Dienstbehörde in eigener Zuständigkeit vertraglich geregelt werden muss.


Also: Leistet ein Reservist/eine Reservistin im gesamten „Reservistendasein“ Wehrübungen innerhalb der gesetzlichen Gesamtdauer (Offz 12 Monate, Uffz 9 Monate, Msch 6 Monate) besteht grundsätzlich Arbeitsplatzschutz für drei Monate Wehrübung im Kalenderjahr, bzw. im Ausnahmefall für bis zu sechs Monaten.
Wird diese gesetzliche Gesamtdauer (12,9,6 Monate) überschritten, besteht Arbeitsplatzschutz nur noch für sechs Wochen Wehrübung im Kalenderjahr.